Miriam Weissenstein ist eine lebende Legende der Geschichte des Landes
Israel. Die unersetzlichen Negative der Fotos der
Unabhängigkeitserklärung liegen bei ihr zu Hause. Ihr Mann Rudi
Weissenstein ist damals der einzige Fotograf, der die Zeremonie
fotografieren darf. Zusammen mit ihm dokumentiert sie die Geschichte und
die Persönlichkeiten des jungen Staates über Jahrzehnte. Wer im
Schaufenster ihres Ladens in der Allenbystraße in Tel Aviv als großes
Porträt hängt, der wird gewählt - so sagt man. Miriam Weissenstein ist
nicht etwa weise oder milde geworden im Alter, nein sie ist rastlos,
kämpferisch und streitsüchtig wie eh und jeh. Gemeinsam mit ihrem Enkel
Ben erhält sie das unendliche Bilderarchiv des Landes - schlägt jedes
Kaufangebot ab und organisiert Ausstellungen in aller Welt. Die modernen
Vermarktungsideen ihres Enkels findet sie ebenso seltsam wie sein
unkonventionelles Leben. Mit beidem arrangiert sie sich trotzdem und
streitet mit ihm lieber über wichtigere Dinge. Tamar Tals
preisgekrönter Film begleitet die beiden großherzigen und originellen
Menschen mit viel Humor durch Höhen und Tiefen, durch private Tragödien
ebenso wie bei persönlichen Höhepunkten, wie der Reise zu ihrer großen
Fotoausstellung nach Frankfurt. Nach dem Film hat man den Eindruck, zwei
Freunde in Tel Aviv zu haben, mit denen man gelacht und geweint hat, so
sehr und so herzlich lässt einen der Film Anteil haben an ihrem
bewegten Leben.
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