Donnerstag, 6. Juni 2013

Unordnung, Chaos, Gewalt - Kult-Anarcho-Filme, die man gesehen haben muss!


Struktur- und Antistruktur. Gewalt und Gegengewalt. Ordnung und Chaos. Viele Filme beschreiben Szenarien, die anarchische Tendenzen vor die soziale Ordnung stellen: Um Grenzen auszuloten, das System zu hinterfragen oder, wie im dystopischen Thriller THE PURGE – DIE SÄUERUNG,  die gesellschaftliche Struktur aufrecht zu erhalten. THE PURGE steht in der Tradition hervorragender Filme, die sich auf unterschiedliche Art und Weise kritisch mit sozialen und politischen Themen auseinandersetzen:

„Uhrwerk Orange“ ( 1971)
Stanley Kubricks kongeniale Verfilmung des gleichnamigen, dystopischen Romans von Anthony Burgess beschäftigt sich auf ganz eigene Art und Weise mit den Themen Gewalt, Ordnung und Chaos. Der Protagonist Alex DeLarge lebt in einem Großbritannien der Zukunft und vertreibt sich seine Zeit mit Gewaltorgien, die er mit seiner Gang vollzieht. Alex ist ein äußerst gutaussehender, charismatischer und freudiger Charakter. Seine brutalen Handlungen stehen im krassen Gegensatz zu seinem gepflegten und eloquenten Auftreten. Schließlich wird er von seiner Gang verraten und wegen Vergewaltigung und Mordes verurteilt. Im Gefängnis nimmt er an einem Versuch teil um seine Haftstrafe zu verkürzen. Ihm wird ununterbrochen Videomaterial vorgespielt, das Szenen unglaublicher Gewalt und Brutalität zeigt. Das Chaos wird erst durch staatliche Gewalt wieder in Ordnung überführt.

„Dawn of the Dead” (1978)
Dawn of the Dead” von George A. Romeros besticht durch seine subtile Gesellschaftskritik. Der Regisseur und Drehbuchautor schuf einen Nischen-Film, der zu einem universellen Klassiker wurde und heute noch von großer Relevanz ist. Der Plot ist simpel aber spannungsvoll: Eine Epidemie verwandelt Menschen in Zombies. Ein Team – bestehend aus zwei Polizisten einer Spezialeinheit, einem Verkehrs-Journalisten und seiner schwangeren Freundin – sind die Überlebenden der Zombie-Apokalypse und verbarrikadieren sich vor den Untoten in einem Einkaufscenter. Der Zombie-Film ist eine Studie der modernen Konsumgesellschaften und setzt sich kritisch mit den Strukturen der modernen Welt auseinander. Konsum bestimmt das Individuum, beherrscht seine Handlungen und suggeriert eine Ordnung, die es unter allen Umständen aufrechtzuerhalten gilt.

„Fight Club“( 1999)
David Finchers düsteres Drama „Fight Club“ ist ein tiefsinniger Film, der sich reflektiert mit den sozialen Zwängen auseinandersetzt, die vor allem auf Männer in modernen Industrie- und Konsumgesellschaften wirken. Der Protagonist, gespielt von Edward Norton, trägt im Film nicht einmal einen Namen. Er wird in den Credits allein als „Erzähler“ aufgeführt. Diese Anonymität spiegelt seine Bedeutungslosigkeit im vorherrschenden System wieder. Er ist seines Lebens und seiner Arbeit müde geworden. Ist gefangen in der scheinbaren Ausweglosigkeit seines Seins – entfremdet vom Rest der Gesellschaft. Bis er auf den charismatischen Seifenverkäufer Tyler Durden (Brad Pitt) trifft, der ihn dazu animiert dem „Fight Club“ beizutreten. Dort können Männer durch gegenseitigen Schlagabtausch den Verlust ihrer Männlichkeit kompensieren. Aus dem „Fight Club“ wird das „Projekt Chaos“ – ein Zusammenschluss von Männern, die gewalttätige Angriffe auf ihre Umwelt ausführen. Sie stürzen die Ordnung ins Chaos um sich selbst zu finden, zu rebellieren und eine neue Ordnung entstehen zu lassen…

„V wie Vendetta” (2005)
Remember, remember the fith of november…” So symbolträchtig beginnt die Adaption von Alan Moore’s politischem Graphic Novel „V wie Vendetta“. Der bildmächtige Film setzt sich mit der Repression eines Staates gegen seine Einwohner auseinander. Im dystopischen Thriller wird beschrieben, wie der Widerstandskämpfer „V“ zusammen mit seiner Protegeé Evey (Natalie Portman) durch gezielte, symbolische Gewalt das gesellschaftliche Kollektiv zur Revolution gegen das eigene, totalitäre System bewegt. Die revoltierenden Individuen tragen Guy Fawkes Masken und stellen so, im Zeichen der Gemeinschaft eine Bewegung dar, die für ein gemeinsames Ziel einsteht: die Abschaffung des faschistischen Staates.

THE PURGE –DIE SÄUBERUNG beschäftigt sich auch mit der Frage, wie die soziale Ordnung in einer zukünftigen Welt aufrechterhalten werden kann. Die Lösung: Eine Nacht im Jahr das Chaos regieren lassen. Ein Ventil schaffen für unterdrückte Zwänge und Aggressionen. Gesellschaftliche Gewalt mit individueller Gewalt vergelten. Mitten in diesem Szenario: Eine Familie, die nichts weiter möchte, als die Purge-Nacht unbeschadet zu überstehen aber auch ihren gesellschaftlichen Nutzen anerkennt.
Ist die Purge-Nacht im Film die Lösung für gesellschaftliche Unterdrückung? Kann Chaos mit Chaos vergolten werden oder fällt ihm eine unschuldige Familie zum Opfer? Sehen Sie selbst – ab dem 13. Juni 2013 im Kino.


Quelle: Pure Online

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