Samstag, 1. November 2014

Interstellar Kritik

Handlung
Da sich unsere Zeit auf der Erde dem Ende zuneigt, unternimmt ein Forscherteam die wohl wichtigste Mission in der Geschichte der Menschheit: Es reist jenseits dieser Galaxie, um andere Lebensräume im Weltall für die Menschen zu erkunden.

Kritik
Schafft es mit seinem Sci-Fi-Abenteuer Interstellar erneut ein Meisterwerk abzuliefern? Diese Frage stellen sich wohl viele Fans, vor allem in den letzten Tagen, allzu oft. Fangen wir doch ganz vorne an, als wir das erste Mal nur von der Story hörten - Wurmlöcher, Weltraumabenteuer und das Ganze verfilmt von Nolan - schlug das Herz schon schneller.
Es stellte sich nur die eine Frage: Wird der vielleicht größte Geschichtenerzähler, im Filmbusiness, eine glaubwürdige Handlung, um das ganze Mysterium der schwarzen Löcher, stricken können? Ist es überhaupt möglich einen Film zu drehen, der es schafft etwas darzustellen, was sich jeder Mensch irgendwie anders vorstellt, insofern man sich überhaupt Gedanken um die ganze Astrophysik macht? Oft ist es schon schwer genug einen guten Roman vernünftig auf die Leinwand zu bringen, ohne die treuen Leser zu enttäuschen. Denn etwas in Filmform umzusetzen, ohne das Lücken für die eigene Vorstellungskraft gelassen werden, ist einfach verdammt schwierig, gerade wenn es ums Fantasy- oder Sci-Fi-Genre geht.

Genug des Vorworts! Mit seinen 169 Minuten Screen time bietet auch Interstellar selbst noch genug Material um dazu einiges zu schreiben, ohne zu viel von der Handlung vorwegzunehmen. Trotz der vier veröffentlichten Trailer, war nicht so wirklich klar, wohin die Reise in Interstellar tatsächlich gehen wird. Leider passiert es in letzter Zeit ja immer öfter, dass Trailer das Beste bereits vorweg nehmen, oder gar besser sind als der endgültige Film.
Ganz anders ist das allerdings hier der Fall, denn die Trailer von Interstellar haben gerade genug verraten und gezeigt, um die Spannung beim geneigten Zuschauer immer weiter steigen zu lassen.

War die Vorfreude zwar schon riesig, blieben dennoch die Bedenken nicht aus. Eine Laufzeit von 2 Stunden und 49 Minuten wird oft nur allzu gerne genutzt, um erst in der letzten Stunde so richtig Gas zu geben und im Vorfeld nur, wenn überhaupt, nettes Geplänkel zu präsentieren. Mit Hilfe von seinem überragenden Cast, gelingt es Nolan, bereits in den ersten Minuten den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen, allen voran ,
Von weiteren Werken des Regiegenies, war man es bisher eher nicht gewohnt eine derart warmherzige und emotionale Story präsentiert zu bekommen. Inception oder auch die Batman Trilogie waren ohne Frage wundervoll, allerdings ging es doch eher um die Action und Spannung. Mit Interstellar stellt Nolan sein Können auch im dramatischen, emotionsgeladenen und herzzerreißenden Bereich unter Beweis.

Die Entscheidungsszene des Piloten Cooper (), seine Tochter Murph () und Sohn Tom (Timothée Chalamet) auf der Erde zurückzulassen, um vielleicht zur Rettung der Menschheit beizutragen ist gigantische Schauspielkunst. Selbst die meisten Filme die sich rein um das Thema tiefste Emotionen, sei es durch Krankheit oder Liebe, drehen, erzielen nicht oft diese Wirkung. ´s best performance so far. Für Dallas Buyers Club erhielt er bereits den Oscar als bester Hauptdarsteller. Rollen in denen sich Schauspieler so runterhungern, werden von mir immer etwas skeptisch beäugt, denn oft bin ich nicht sicher, ob die Oscarwähler sich zu sehr durch die körperlichen Strapazen der Darsteller genötigt fühlen, den Oscar zu vergeben. Ohne Frage war seine Darbietung im Aids-Drama überwältigend. Auch in der Erfolgsserie True Detective zeigt er, dass er längst über die Rollen vom Beginn seiner Karriere hinausgewachsen ist. Spätestens mit Interstellar zählt er für mich zu den besten Schauspielern unserer Zeit.
Insgesamt muss aber auch das weitere Ensemble rund um Murph () und Donald (John Lithgow) gelobt werden. Hier stimmt einfach die Chemie, sowie natürlich zum späteren Zeitpunkt jene, zwischen Amelia () und Cooper ().

Ein Absturz führte dazu, dass Cooper seine Karriere an den Nagel hing, die Folgen sind immer wiederkehrende Albträume. Eine frühe Szene im Film, beschäftigt sich, eben mit diesem besagten Absturz. Der vibrierende Sound und das Feeling sorgen für ein Gefühl, als würde man sich selbst im Flugsimulator befinden - einfach umwerfend! Die Intensität dieses Szenarios ist atemberaubend und völlig fesselnd.

Das allerdings war erst der Anfang.
Fantastische Charakterentwicklung - nicht einfach langweilig erzählt, sondern glaubwürdig in jedem Augenblick.
Die Expedition in die Weiten des Weltalls beginnt erst mit dem Auffinden einer Anomalie, welche veranschaulicht, das Murph eines Tages in die Fusstapfen ihres Vaters treten möchte. Bereits mit 10 Jahren interessiert sie sich mehr für das All, als sonst jemand in der Schule. Selbst die Lehrer gehen nicht so ganz mit ihren Ideen und Ansätzen zum Thema Gravitation einher.

Was der Rest des Films bereithält, möchte ich nicht verraten, um ein ungetrübtes Kinoerlebnis zu gewährleisten. Deshalb auch die ausführliche Einleitung, welche darlegen soll, wie fantastisch alles in Interstellar harmoniert.

Der Sound ist durchweg überragend. Er lässt den Zuschauer in keinem Moment der intensiven Spannung entkommen. Dadurch ist die Atmosphäre im Film unglaublich dicht und lässt in keinem Augenblick nur einen Funken Langeweile aufkommen. Der Cast ist unglaublich gut besetzt und die Roboter setzen, durch die ein oder andere witzige Sequenz, dem ganzen die Krone auf.

Fazit
Interstellar ist ein überwältigendes Meisterwerk und einer der besten Filme der letzten Jahre. Fesselnd von der ersten bis zur letzten Minute. Intelligente, durchweg spannende Story, mit durchdachten Elementen der Astrophysik. Berührend und atmosphärisch, herausragender Cast, einfach ein Traum. Unbedingt im Kino ansehen! Am besten im IMAX oder die 70mm Version im Zoo Palast Berlin, siehe unser Gewinnspiel dazu.

Bewertung: 10/10 Punkten

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