Sonntag, 11. Januar 2015

Das Gute und Schlechte von The Gambler

Ruper Wyatts Remake von Spieler ohne Skrupel OT: The Gambler (1974) lauft ab dem 15. Januar 2015 in den deutschen Kinos und war bisher am weltweiten Boxoffice eine große Enttäuschung. Viele fragten sich, ob es wirklich nötig war diesen Film neu zu verfilmen, da die 70er Glücksspielkultur gepaart mit einer herausragenden schauspielerischen Leistung von James Caan die Schlüsselelemente waren, welche die erste Verfilmung so erfolgreich machten. Es sieht so aus als ob die meisten Kritiker Recht behalten, dass der 2014er The Gambler nicht die gleiche Qualität wie das Original hat. Als Referenz, erreichte der Film nur 46% positive Bewertungen bei Rotten Tomatoes.

Das soll nicht heißen, dass Wyatt´s Film durchweg schlecht ist. Was die Geschichte angeht kommt er dem Original sehr nahe: Ein Englisch Professor mit einem Glücksspiel Problem verwickelt sich zu stark in hohe Kredite und schlechten Entscheidungen und endet somit in der klassischen Spielsucht. Über die Storyline hinaus sind hier ein paar Stärken und Schwächen von The Gambler.

Das Gute
  • Am wichtigsten, Mark Wahlberg liefert eine starke schauspielerische Leistung. Er ist kein James Caan, aber das schadet dem fesselnden, bahnbrechenden Film nicht.

  • Der Film ist eine Unterhaltung. Common Sense Media’s Besprechung hat es auf dem Punkt getroffen, dass dieser Film Glücksspiel gefährlich ansprechend aussehen lässt und das ist schließlich, was einen Glücksspiel Film ausmacht. Genauso, wie ein Action Film uns mitreißt und wir uns, wenn auch nur für kurze Zeit, wünschen in einer Verfolgungsjagd zu sein oder bis zum Tod zu kämpfen. So sollte uns auch ein Glücksspielfilm dazu anregen mit großen Summen in undurchsichtigen Situationen zu wetten, mit all dem Drama und Sex Appeal einer Casino Umgebung. The Gambler meistert diese Herausforderung sehr gut.
  • Zusätzlich zu Wahlbergs überragender Arbeit in der Titelrolle sind die Leitungen der Nebendarsteller ebenfalls sehr unterhaltsam. Michael K. Williams ist genau die richtige Mischung aus bedrohlich und verdächtig, Brie Larson platziert sich kunstvoll irgendwo zwischen hinreißend und skandalös und John Goodman ist, wie immer, einfach fantastisch.
Das Schlechte
  • Es ist nicht das Original. Wenn man einen älteren Film neu auflegt, ist ein frischer Wind Voraussetzung. Während es für die Screenwriter und den Director sehr angenehm ist das vorhandene Material zu verwenden, erscheint das Endresultat meist als ein überflüssiges Wiederaufwärmen. Wie schon Kritiker Jeanne Kaplan anmerkte "Hat Hollywood keine originellen Ideen mehr?"
  • Weiter mit dem Fehlen von Originalität, fühlte es sich überraschend altbacken an, für einen Film kein Internet Glücksspiel zu integrieren. Im Trailer zu The Gambler sehen wir Wahlberg am Roulettetisch und Black Jack spielen - Zwei Spiele, welche über den standard Pokertisch hinaus gehen und heute sehr populär auf Glücksspielseiten im Internet sind. Beliebte Internetcasino´s bieten sogar eine live Dealer-Option, um die Online-Industrie noch mehr mit dem echten Casino zu verbinden. Und obwohl es verständlich für einen Film ist sich nur mit der faszinierenden Szenerie eines echten Casinos zu befassen, hinkt es seiner Zeit nach. Das Onlineglücksspiel ist ein riesiger Markt und es wird auch aktiv in Casinos angeboten, um die realen Spieltische direkt mit den Onlinespielern zu verbinden. Der Film hätte diesen Trend in gewisser Weise nutzen sollen, um den Sprung in die heutige Zeit zu schaffen und mehr Originalität zu erlangen.
  • Es startet besser, als es aufhört. Dies ist die Meinung vieler Kritiker, die The Gambler besprochen haben. In einem Film, welcher einen Spannungsbogen aufbauen soll, ist dies kein gutes Merkmal. Es ist sehr schade zu sehen, wie ein großer Anteil aufgebauter Intrigen durch ein enttäuschendes Finale sein Ende findet.
Insgesamt ist The Gambler kein schlechter Film, wenn man nur die gute schauspielerische Leistung der Darsteller betrachtet. Man sollte nur nicht erwarten, dass das Remake ans Original ranreicht.

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