Freitag, 20. März 2015

Test: Evolve (Shooter)

- 5.989.905 gespielte Partien
- 108 Jahre Gesamtspielzeit
- 133.707.700 angesehene Minuten auf Twitch
(Statistik laut 2k, Stand: 18.02.15)

Evolve ist in aller Munde und - polarisiert!

Nach der Gamescom-Preview, Alpha-Test-Phase, Beta-Test-Phase ist am 10.02.2015 das von Vielen freudig erwartete Evolve erschienen und Marius und ich haben uns seitdem ausgiebig mit dem Game auseinandergesetzt.

Die StoryDie Story ist weniger von Bedeutung und schnell abgerissen. Evolve spielt in einer Zukunft der interstellaren Kolonisation auf dem Planeten Shear. Die Kolonie auf diesem Planeten wurde von den Monstern größtenteils zerstört und soll nun gerettet, beziehungsweise die Bevölkerung evakuiert werden. Angeführt wird diese Mission von William Cabot, der für dieses Unternehmen aus dem Ruhestand zurückkehrt um mit seinem Team von Huntern Monster zu töten.

Der Spielablauf
Evolve stammt von den Left4Dead-Entwicklern TurtleRock. Die Inspiration ist unverkennbar, was bei Left4Dead ein Kampf von vier Spielern gegen einen KI-Tank war, wurde bei Evolve zum Aufhänger - 4vs1 - vier Spieler gegen das Monster und den Planeten, um nicht unterzugehen muss man zusammen arbeiten und jeder muss seine Rolle einnehmen, das ist das, was Evolve besonders macht und der größte Trumpf des Spiels ist.

Die Spielmodi
Startet man das Spiel zu ersten Mal muss erst einmal das Tutorial absolviert werden. In diesem nimmt der Spieler die Rolle des Monsters an und lernt die grundlegende Steuerung. Das Tutorial ist in 5-10 Minuten beendet, man kann es allerdings nicht überspringen.
Hat man das geschafft, eröffnen sich einem die Optionen Mehrspieler oder Solo zu spielen.
Wir wählen natürlich den Multiplayer, da darin die taktische Würze und der größte Reiz von Evolve liegen.
Zur Auswahl stehen jetzt die Modi „Gefecht“ und „Evakuierung“. „Gefecht“ ist die klassische Jagd auf das Monster. Das Spiel bringt einen mit vier weiteren Spielern zusammen, im Vorfeld kann man seine Prioritäten wählen, welche Rolle man am liebsten übernehmen möchten, also ob:
Monster, Assault, Trapper, Medic oder Support.
Wählt man hingegen „Evakuierung“ spielt man mit vier weiteren Spielern ein Szenario, welches aus fünf unterschiedlichen Kapiteln besteht, diese können sein:
Jagd - klassische Jagd auf das Monster
Nest - Eier müssen zerstört werden. Das Monster hat Zeit sich zu entwickeln und versucht natürlich die Jäger daran zu hindern die Eier zu zerstören.
Rettung - Die Jäger müssen Kolonisten auffinden, gegebenenfalls wiederbeleben und zum Landungsschiff eskortieren. Das Monster versucht dies zu verhindern.
Verteidigung - Die Jäger verteidigen Geschütztürme, sind diese zerstört, eine Energiequelle vor dem Monster und zwei regelmäßig respawnende Minions.
Ob man als Jäger oder Monster die einzelnen Kapitel gewinnt oder verliert wirkt sich immer auf die darauf folgende Mission aus und verleiht einem im Fall eines Sieges einen Vorteil oder im Falle einer Niederlage einen Nachteil.
Am Ende erhält man einen Erfahrungsbonus für die Evakuierung. Dieser fällt entweder höher oder niedriger aus, abhängig davon wie erfolgreich man sich geschlagen hat.

Die verschiedenen Rollen
Jede Klasse hat drei unterschiedliche Charaktere die über ein unterschiedliches Set an Waffen und Tools verfügen und eine andere Strategie und Herangehensweise erfordern. Genauso gibt es drei Monster mit unterschiedlicher Mechanik und vier einzigartigen Fähigkeiten.
Zu Beginn hat jeder das erste Monster (Goliath) und die vier ersten Jäger. Jeder dieser Jäger beziehungsweise das Monster haben vier Waffen, Tools oder Fähigkeiten, benutzt man diese häufig kann man sie verbessern und dadurch weitere Charaktere und Monster freischalten.

Fazit
Ich muss zugeben, dass ich hauptsächlich als Jäger gespielt habe. Das liegt daran, dass es in meinen Augen einfach am meisten Spaß macht, besonders wenn die anderen Hunter von Freunden gespielt werden und man im TS oder Skype verbunden ist. Man kann sich so am besten koordinieren und hat man das ein paar mal gemacht, stellen sich Routine und somit Erfolgserlebnisse ein. Es ist offensichtlich, dass es den meisten Spielern so geht, tritt man einem Spiel als einzelner Spieler und nicht in einer Party bei und hat das Monster wie ich als niederste Priorität wird man trotzdem in den Genuss kommen das Monster zu spielen, da alle anderen die Prioritäten ähnlich sortiert haben.
Woran genau das liegt ist schwierig zu sagen, ich denke der Einstieg fällt als Monster auch einfach relativ schwer; trifft man als un- oder wenig erfahrenes Monster auf passable Jäger fällt es schon schwer überhaupt auf eine höhere Entwicklungsstufe zu kommen. Hat man das Monster aber etwas geübt und findet man sich auf den Karten zurecht so fühlt man sich richtig mächtig wenn man die komplette Truppe vernichtet.
Neben ein paar kleinerer Bugs bei der PC-Version und der definitiv fragwürdige DLC-Schiene die 2k fährt habe ich eigentlich kaum Kritikpunkte. Woran liegt es dann, dass die Spielerzahlen kurz nach Release stetig sinken und auch ich das Game nur noch ab und zu anschmeiße um eine Runde Monster zu jagen? Vermutlich liegt es an der Langzeitmotivation. Hat man die Charaktere freigeschaltet, die einen interessieren und sie bis zur Ermüdung gespielt, merkt man, dass man eigentlich immer nur das Gleiche tut. Man sieht sich ewige Ladescreens an, bekommt einen Charakter zugelost, den man nicht spielen will („Nagut, spiel ich halt …) rennt dem Monster hinterher oder den Jägern davon und gewinnt oder verliert. Achievments und freispielbare Icons/Inhalte versuchen einen bei der Stange zu halten aber so ganz will das nicht gelingen und das ist leider der größte Kritikpunkt.

Alles in Allem kann ich sagen, dass sich Evolve für mich leider nahtlos in die Spiele einreiht, die Spaß machen, keine großen Fehler begehen aber den Erwartungen nicht gerecht werden und am Ende fragt man sich ob ein Indie-Game für ein Drittel des Preises einem nicht mehr geboten hätte.
Dazu kommt noch, dass man zum Release des Spiels bereits wusste, dass man für ca. 50€ das Spiel nicht im vollen Umfang erhält. Es gibt wie bei einem Free-to-play-Titel Inhalte für die man zusätzlich zahlen muss, das sind hauptsächlich kosmetische Elemente wie Skins für Waffen oder Monster aber auch das vierte Monster oder die kürzlich erscheinenden neuen vier Jäger, welche sich noch in Entwicklung befinden sollen nur mit einem kostenpflichtigen DLC erhältlich sein sofern man nicht vorbestellt hat. Man fühlt sich da als Spieler betrogen, weil man für eine stolzen Preis das Gefühl hat ein unfertiges Spiel erworben zu haben. Will man so etwas abstrafen bleibt leider nur die Option dafür nicht zu bezahlen, das bleibt jedem selbst überlassen aber nur so kann man als Spieler zeigen, dass man nicht der Spielball der Publisherfirmen ist.

Bewertung: 7/10 Punkten

Von Tim Schneider

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