Freitag, 26. Januar 2018

Drama, Action und Comedy - das sind die vielen Facetten von Hollywoodstar George Clooney

George Clooney: ein Mime mit vielen spannenden Facetten © Paramount Pictures Germany

George Clooney gilt als wahrer Frauenmagnet, auch wenn er bereits ein wenig in die Jahre gekommen ist. Der 1961 geborene Schauspieler mit dem charmanten Lächeln blickt auf eine ewig lange Filmographie zurück, seinen ersten Spielfilm, »Combat High«, drehte er im Jahr 1986. Die Zeitschrift »People« kürte ihn gleich zweimal zum »Sexiest Man Alive«, das war 1997 und 2006. Mittlerweile erhält der Sympathieträger vermehrt Auszeichnungen für sein soziales Engagement; seit 2014 trägt sogar ein Asteroid seinen Namen. In den mehr als drei Jahrzehnten seiner Karriere erwies sich Clooney als erstaunlich wandelbar.

»From Dusk Till Dawn«: cooler Gangster im Splatter-Epos
Vor allem den etwas älteren Filmfans wird George Clooney noch aus dem herrlich zwiegespaltenen Meisterwerk »From Dusk Till Dawn« lebhaft in Erinnerung sein: Was als cooles Roadmovie beginnt, endet im blutigen Vampir-Splatter, und unser zweifelhafter Held Seth Gecko steht mitten im teils skurrilen Geschehen. »Everybody be cool! You - be cool!«: Dieser Satz wird den meisten Clooney-Fans ganz sicher noch in den Ohren klingen, besitzt er doch längst einen ähnlichen Kultstatus wie Bruce Willis’ bekannter Ausruf »Yippie-ya-yeah, Schweinebacke«. Der noch junge Clooney kommt als tätowierter Krimineller äußerst glaubwürdig rüber, er gibt sich zumeist cool und lässig und muss stets ein wachsames Auge auf seinen völlig durchgeknallten Verwandten haben. Als es am Ende gegen die monsterhafte Vampirbrut geht, wird aus dem Verbrecher ein tapferer Kämpfer, der sich durch fast nichts wirklich schocken lässt. Die zugehörige TV-Serie, deren deutsche Ausstrahlungsrechte sich Netflix gesichert hat, flimmert seit 2014 über die Bildschirme. Zwar orientiert sich die Handlung eng an der Spielfilmvorlage, und auch Seth Gecko agiert wieder als Hauptcharakter, doch Clooney war leider für das Revival nicht mehr zu gewinnen. Seinen Posten übernahm der 1980 geborene Mime D. J. Cotrona, der, zugegeben, eine gewisse Ähnlichkeit mit dem jungen George Clooney aufweist.

»Syriana«: mit Übergewicht und Zottelbart im Mittleren Osten
Im starken Kontrast dazu steht George Clooneys fulminanter Auftritt im dramatischen Polit-Thriller »Syriana«. Vor allem handelt es sich bei dem im Jahr 2005 gedrehten Blockbuster um kein Werk der Marke »Popcornkino«, sondern dieser Film regt ordentlich zum Nachdenken an. Clooneys Rolle: der CIA-Agent Bob Barns, der im Mittleren Osten tätig ist und dort im Auftrag seiner Regierung unbequeme Personen beseitigt. In den Fokus der Zuschauer rücken dabei die (Neben-)Wirkungen einer skrupellosen Machtpolitik - ernster geht’s kaum. Clooneys Äußeres zeigt sich gerade in diesem Drama besonders wandelbar, mit etwas Übergewicht und einem ungepflegten Bart wagt er einen echten Stil-Fauxpas. Doch ein wahrer Schauspieler mimt eben nicht immer nur den eleganten Schönling, sondern er glänzt im Laufe seiner Karriere mit vielen verschiedenen Facetten seines Wesens, zu denen sowohl die guten als auch die schlechten Seiten gehören. Spätestens mit »Syriana« hat sich Clooney auch ganz nebenbei als das Gewissen Hollywoods etabliert, das nicht müde wird, auf fatale Missstände hinzuweisen. Ganz nebenbei erhielt unser Schauspieler den Golden Globe und einen Oscar in der Kategorie »bester Nebendarsteller«: dafür hat sich das Gewichtzulegen sicherlich gelohnt!

Ungewohnt moppelig und doch grandios: Clooney in „Syriana“ © Warner Bros. GmbH

»Ocean’s Eleven«: der Gentleman unter den Casinoräubern
Noch vier Jahre zuvor, in dem Erfolgsfilm »Ocean’s Eleven«, macht Clooney noch einen ganz anderen Eindruck: Hier gibt er sich als stilvoller Gentleman-Gangster, der stets einen vorbildlich gebügelten Anzug trägt und seinen trainierten Astralkörper ganz sicher nicht verstecken muss. Stets souverän manövriert er sich und seine hoch kriminelle Truppe bis in den extrem gut gesicherten Geldschrank einer berühmten Spielbank in Las Vegas - und klaut sich mal eben ein Vermögen. »Ocean’s Eleven« gilt noch heute als klassischer Blockbuster, viel mehr als seine beiden späteren Fortsetzungen, und das aus drei guten Gründen, die da wären: der hervorragende Cast aus echten Hollywoodsuperstars, der spannende Aspekt »Sicherheit« in einem Weltklassecasino und der Status als Remake eines erfolgreichen Spielfilms aus dem Jahr 1960. Das Original, »Frankie und seine Spießgesellen«, heimste schon damals reichlich positive Kritiken ein. Dem in den 60ern weltweit beliebten »Rat Pack«, bestehend aus Sammy Davis Jr., Dean Martin, Frank Sinatra und Konsorten, können Clooney und Co. jedenfalls galant das Wasser reichen. Doch als ob das alles nicht längst genug wäre, machte sich Clooney vom abgehalfterten Gangster über den charmanten Casinoräuber und dem desillusionierten CIA-Profi noch einmal auf zu ganz neuen Ufern!

Ocean`s Eleven © Warner Bros. GmbH

»The American«: starre Miene zum bösen Spiel
Zwar verkörpert Clooney in »The American« wieder einmal eine eher zwielichtige Person, doch im Laufe der Handlung erfährt dieser eine Läuterung und versucht, sich aus den selbstgeknüpften kriminellen Fesseln zu befreien. Auslöser für die wundersame Wandlung ist, wie so oft, die Liebe einer Frau. In diesem Fall einer Dame aus dem horizontalen Gewerbe, die dem cineastischen Archetyp der Branche entspricht. Sie bewegt das Herz dieses zuvor starren Eisblocks und lässt ihn auf ganz neue Ideen kommen: aussteigen, mit dem Töten aufhören, sesshaft werden ... Clooney gelingt es zum ersten Mal, einen ganzen Film lang kein einziges Mal zu lachen oder wenigstens ein bisschen zu grinsen. Seine Mimik bleibt so unbewegt wie ein Fels, seine Gestik ungewohnt sparsam, von charmantem Witz keine Spur. Dieser ungewohnte Auftritt muss dem berühmten Mimen einiges gekostet haben, doch der Einsatz hat sich gelohnt! Ehrfürchtig starrten seine Fans auf den Bildschirm - und auch diejenigen, die dem Schauspieler bislang nicht besonders zugeneigt waren, mussten zugeben, dass doch mehr in ihm steckt, als bislang anzunehmen war: Den inneren Zwiespalt eines Charakters mit derart sparsamen Mitteln zu vermitteln, das ist gewiss ein schauspielerisches Kunststück! Beim »Saturn Award« erhielt Clooney folglich eine Nominierung in der Kategorie »bester Hauptdarsteller«.

Film Jahr Kategorie
Argo 2013 Bester Film - Oscar!
The Descendants 2011 Bester Hauptdarsteller - Nominierung
The Ides of March 2011 Beste Drehbuch-Adaption - Nominierung
Up in the Air 2009 Bester Hauptdarsteller - Nominierung
Michael Clayton 2007 Bester Hauptdarsteller - Nominierung
Syriana 2005 Bester Nebendarsteller - Oscar!
Good Night, and Good Luck. 2005 Beste Regie - Nominierung
Good Night, and Good Luck. 2005 Bestes Original-Drehbuch - Nominierung

Ein Mann in Bedrängnis:
Clooney in „The Descendants“
© Fox Deutschland
»The Descendants«: Clooney in den schmerzlichen Wirren des Lebens
Die Rolle in diesem Film liegt so fern von den bisherigen Clooney-Darstellungen wie der Nordpol vom Südpol. Und doch übernahm der Schauspieler 2011 die Hauptrolle in dem Drama »The Descendants«, um sich am Set mit zunehmendem Erfolg um seine beiden Film-Verwandten zu kümmern. Aufgrund eines Schicksalsschlags versucht sich Matt King alias Clooney als Alleinerziehender, und wirkt dabei oftmals reichlich überfordert. Noch dazu lasten weitere schwierige Probleme auf seinen Schultern, die es zu lösen gilt. An schmerzvollen Szenen mangelt es nicht, und die bringt der geübte Mime so unpathetisch und glaubwürdig rüber, dass dem einen oder anderen Zuschauer die Tränen kommen. Ja, das Leben ist kein Ponyhof, und doch siegt unverhofft immer wieder mal das Gute! Bei aller Tragik kommt niemand umhin, die Tiefe dieser schauspielerischen Leistung Clooneys zu bewundern. Bei den Golden Globe Awards machte sich dies im Jahr 2012 für den Schauspieler bezahlt: Er gewann einen wohlverdienten Preis als bester Hauptdarsteller. Vielleicht erschien gerade diese Rolle für die meisten Zuschauer so berührend, weil sie mitten aus dem Leben stammt und nicht von einem fernen Hollywood-Planeten, der uns nichts als Märchengeschichten erzählt. Der große George Clooney wurde plötzlich ganz klein, irgendwie »normal«, und schwebte längst nicht mehr über den Dingen. Der bewunderte Filmheld als einer von uns? Warum auch nicht!

Er ist ein Schauspieler - und viel mehr als ein Charakter
Bud Spencer sagte einst: »Ich bin kein Schauspieler, ich bin ein Charakter« - und es fällt ziemlich leicht, ihm dabei zuzustimmen. Mit George Clooney verhält es sich ganz anders, er ist viel mehr als nur ein Charakter, sondern eher wie eine Welt voll versteckter Persönlichkeiten, die nach und nach zum Vorschein kommen. Und, ja, wahrscheinlich macht genau dies einen richtig guten Schauspieler aus, der nicht allein von seinem guten Aussehen profitiert, sondern vor der Kamera eine wirklich imposante Leistung bringt.

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