Samstag, 8. Dezember 2018

Nordkurve

Der Film Nordkurve
Der Film Nordkurve ist ein deutschsprachiger Film über Fußball und stammt aus dem Jahr 1993. Für die Regie ist Regisseur Adolf Winkelmann verantwortlich, der sich in den beiden Filmen Die Abfahrer und Jede Menge Kohle mit den Besonderheiten des Ruhrgebietes befasste und eine Film-Trilogie mit Lokal-Kolorit schuf.
Worum geht es?
Die Handlung von Nordkurve dreht sich vor allem um Fußball. Ein fiktiver Bundesliga-Club in Dortmund spielt im heimischen Stadion um den Klassenerhalt, um den finanziellen Ruin abzuwenden. Es ist ein Bundesliga-Samstag, den die verschiedenen Protagonisten unterschiedlich verleben. Während der junge Ersatzspieler Clemens auf den ersten Einsatz auf dem Fußballplatz hofft, ärgert sich Wirt Teddy mit betrunkenen Fans herum. Seine Frau Uschi hat ein Verhältnis mit Clemens. Teddy ist ein ehemaliger Spieler der Mannschaft und ein ruhiger Typ, der Konflikte scheut. Am Vormittag hat Teddy mit einem ehemaligen Fan Hunde für Tierversuche an eine Kosmetikfirma verschoben. Teddys ehrgeiziger Vater hatte Teddy gemanagt und für die Fußballkarriere des Sohnes den eigenen Beruf aufgegeben. Uschi liebt Teddy eigentlich noch, sie möchte ihn jedoch dazu bringen, sich mehr für die Kneipe einzusetzen. 
Machtspiele und Wettbetrug 
Ein weiterer Protagonist ist  der Vereinspräsident Vischering, der nur noch an einen Auftritt im Aktuellen Sportstudio im ZDF und die hübsche Sport-Journalistin Nicole denken kann. Sie möchte einige Interviews führen und über den Verein berichten. Dabei sind Radiomoderator Szestecki und der Fußballspieler Kaukureit in einen Wettbetrug involviert. So versucht der Schatzmeister des Vereins, die Banken zu beschwichtigen. Der Spieler-Vermittler Roland Beyer verfolgt mit dem Verein jedoch seine eigenen Ziele und strebt eine günstige Position im Vorstand an. Er will eine Affäre mit Uschi und verspricht ihr im Gegenzug eine Lizenz für die Stadionbewirtung. Sie fährt mit Beyer los, um Teddy eifersüchtig zu machen, denkt aber nicht an eine Affäre. 
Emotionales Fußballspiel mit Happy End 
Im Laufe des Tages kommt es zu einem Brand, den randalierende Fans auslösen. Auch ein Großangebot der Polizei kann die Ausschreitungen nicht verhindern. Die Feuerwehr rät dazu, das Spiel abzubrechen und das Stadion räumen zu lassen, doch das Management des Vereins wiegelt ab. 
Während dem turbulenten Spiel kann der Verein die Führung der gegnerischen Mannschaft zunächst ausgleichen. Uschi und Beyer sind im Stadion, Teddy steht in seiner Kneipe. Als der Verein wieder in Rückstand gerät, soll Clemens nach einem schweren Foul am Stürmer eingewechselt werden. Der Trainer fordert die Rote Karte und Fans fangen an, randalierend auf das Spielfeld zu stürmen. Das Spiel wird unterbrochen. Clemens verlässt der Mut und er verlässt heimlich das Stadion. An seiner Stelle erzielt ein anderer Spieler den Ausgleich.  
Feiern nach dem Spiel 
Nach dem Spiel irrt Clemens ziellos durch die Stadt und wird von Rowdys angegriffen. Vereinspräsident Vischering ärgert sich über die ausbleibende Einladung ins Sportstudio und kann auch bei Nicole nicht landen. Der Schatzmeister kann den sofortigen Bankrott abwenden, doch die finanzielle Situation bleibt schwierig. Beyer setzt den Vorstand unter Druck, damit sich der Verein bei ihm gute Spieler leiht. Er verschafft sich so den Manager-Posten. Dann kommt doch noch kurzfristig die Einladung ins Sportstudio. Viele Fans in Teddys Kneipe sprechen dem Alkohol zu. Beyer will Uschi abholen und mit zum Sender nehmen, doch Teddy fasst sich ein Herz und schlägt ihn zusammen. Damit gewinnt er wieder Uschis Herz. Beyer und Vischering treten im Sportstudio auf, in der Kneipe singen und trinken die Fans auf den Verein. 
Besonderheiten des Films 
Nordkurve ist mit zahlreichen bekannten Schauspielern wie Renate Krößner, Christian Tasche, Daniel Berger, Walter Kreye, Jochen Nickel und Bernd Stegemann besetzt. 
Im Film ist der Fußballverein fiktiv, erinnert jedoch stark an Borussia Dortmund. Gedreht wurde der Film im Dortmunder Westfalenstadion. Nordkurve beschreibt vor allem das Lebensgefühl rund um den Fußball. Das Westfalenstadion war zum Zeitpunkt des Drehs noch rechteckig und verfügte noch nicht über ausgebaute Ecken und Tribünen. Die Schmalseiten sind gerade und heißen heute noch Tribünen. Es gibt keine Nordkurve, die Anhänger befinden sich beim Heimspiel auf der gegenüberliegenden Südseite. Die Länge des Films beträgt 90 Minuten und entspricht damit der Länge eines Fußballspiels. 
Der Regisseur Winkelmann
Adolf Winkelmann wurde 1946 in Hallenberg in Westfalen geboren und wuchs in Dortmund auf. Er interessiert sich früh für Filme und studiert nach dem Abitur an der Werkkunstschule in Kassel. Seit den 1970er Jahren arbeitet Winkelmann vor allem für das Fernsehen. 1978 gelingt der Durchbruch mit dem Kino-Debüt  Die Abfahrer. Der tragikomische Film ist eine Milieustudie des Ruhrpotts über junge, arbeitslose Freunde aus Dortmund erhielt auch viel Lob von den Kritikern und wurde mit dem Deutschen Filmpreis in Silber ausgezeichnet. Auch die Fortsetzung Jede Menge Kohle und der dritte Teil Nordkurve wurden hoch gelobt. 
TV-Produktionen und Installation auf der Expo 2000
Es folgt der TV-Zweiteiler Der Leibwächter, für den Winkelmann den Grimme-Preis in Silber erhält. Weitere Erfolge verbucht Winkelmann mit TV-Produktionen wie Gefährliche Spiele oder Der letzte Kurier mit Schauspielerinnen wie Gudrun Landgrebe und Sissi Perlinger. Wenig Beachtung findet die Guildo-Horn-Komödie Waschen, schneiden, legen. Winkelmann realisiert für den deutschen Pavillon der Expo 2000 in Hannover ein virtuelles Film-Panorama Deutschland Pict, was bei den Besuchern gut ankommt. Die Installation präsentiert auf einer Fläche von 400 qm ein persönliches Deutschland Portrait mit vielen Sehenswürdigkeiten und besonderen Orten. Dazu zählen unter anderem ein stillgelegtes Hüttenwerk in Duisburg, das Jüdische Museum in Berlin, die Bibliothek Herzogin Anna Amalia in Weimar, Marlene Dietrich als Blauer Engel oder der Container-Hafen in Hamburg. Passend dazu laufen die Bilder zu stimmungsvoller Musik über kreisförmig angeordnete Großleinwände und Bildschirme.  
Viel Aufsehen erregte Winkelmann 2007 und 2008 mit dem Fernseh-Drama Contergan. Im Zweiteiler geht es um den größten Medizinskandal der deutschen Geschichte. Die Ausstrahlung ist erst nach einigen juristischen Auseinandersetzungen möglich. Zuschauer und Kritik loben das TV-Drama.
Neben der Tätigkeit als Regisseur ist Adolf Winkelmann auch als Professor für Film an der Fachhochschule für Kunst und Design in Dortmund tätig.

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