Samstag, 16. Februar 2019

Das andere Ich - Das böse Alter Ego im Film

© 2019 Splendid Film
Die Psyche ist und bleibt eines der komplexesten Systeme des menschlichen Körpers. Ist sie gesund, kann sie zu außergewöhnlichen Leistungen fähig sein. Gestört jedoch, etwa durch eine Persönlichkeitsstörung oder ein Trauma, können die Auswirkungen fatal sein.

Wir haben zur Veröffentlichung von LOOK AWAY am 22. Februar 2019 auf Blu-ray, DVD und digital einige der bedeutendsten Produktionen mit dieser so tragischen wie faszinierenden Thematik zusammengestellt.


IDENTITÄT (2003)

Zehn Fremde Personen stranden während eines Unwetters in einem Motel in der Wüste von Nevada. Während sie sich langsam miteinander bekannt machen, wird einer nach dem anderen ermordet. Nach und nach versuchen sie den Morden auf die Spur zu kommen. Immer wieder neue Überraschungen tun sich auf und zerren am Nervenkleid der Protagonisten. Allem Anschein nach existiert keine der Personen in der Realität; es handelt sich nur um gespaltene Persönlichkeiten eines zu Tode verurteilten Mörders.

Hochkarätig besetzt mit John Cusack, Ray Liotta, Amanda Peet und Alfred Molina in den Hauptrollen schuf Regisseur James Mangold (Logan, Walk The Line) einen clever strukturierten Psychothriller, der den Zuschauer immer wieder aufs Neue überrascht und bis zum Ende spannend bleibt.




HIDE AND SEEK (2005)

Robert De Niro spielt den Psychologen und Familienvater David Callaway. Das Verhältnis zu seiner Frau und seiner Tochter ist angespannt, da er sehr oft in seine Arbeit vertieft ist. Eines Nachts findet Callaway seine Frau nach ihrem Suizid tot in der Badewanne. Tochter Emily, gespielt von Dakota Fanning, ist ebenfalls Zeugin dieses schrecklichen Ereignisses. Nach dem traumatischen Erlebnis verschließt sie sich mehr und mehr und entwickelt einen imaginären Freund namens Charlie. David selbst wird von schrecklichen Alpträumen geplagt und Emilys Alter Ego übernimmt mit der Zeit vollkommen die Kontrolle über ihr Leben und das ihres Vaters. Es entwickelt sich eine nicht enden wollende Abwärtsspirale.

In dem Film von Regisseur John Polson konnte neben Robert De Niro vor allem die damals noch junge Schauspielerin Dakota Fanning überzeugen. Sie zeigt eine intensive und Angst einflößende Darbietung in der Rolle der Emily.




BLACK SWAN (2010)

Fast jedes Mädchen träumt einmal davon, eine erfolgreiche Balletttänzerin zu sein. Für Nina Sayers, gespielt von Natalie Portman, ist dieser Traum zum Greifen nah. Ein New Yorker Ballettensemble will Tschaikowskis berühmtes Stück Schwanensee neu inszenieren und beide Schwäne sollen von einer Tänzerin verkörpert werden. Während des nervenaufreibenden und körperlich extrem anstrengenden Trainings beginnt Nina ihr dunkles Alter Ego zu entwickeln. Schwere Halluzinationen, die von Regisseur Darren Aronofsky bildgewaltig in Szene gesetzt wurden, verfolgen sie und treiben sie mehr und mehr in den Wahnsinn.

Natalie Portman wurde für ihre Rolle der Nina Sayers mit einem Oscar ausgezeichnet. Der Film begeisterte nicht nur die Kritiker und spielte weltweit über 350 Mio. US Dollar ein. Portman nahm für die Rolle etwa zehn Kilo ab und absolvierte ein Jahr lang Tanz- und Ballettunterricht.




STEREO (2014)

Was passiert, wenn sich zwei der erfolgreichsten deutschen Schauspieler einen Kopf teilen? In „Stereo“ genießt Motorradmechaniker Erik, gespielt von Jürgen Vogel, zunächst die ländliche Idylle zusammen mit Frau und Kind. Dann taucht jedoch wie aus dem Nichts der unbekannte Henry alias Moritz Bleibtreu auf. Er beginnt, Erik zu provozieren und gewaltsam aus seiner scheinbar heilen Welt zu zerren. Doch existiert Henry wirklich? Oder geschieht vielleicht alles nur in Eriks Kopf? Bevor er sich dessen bewusst wird, bricht eine Welle der Gewalt los, die nicht nur Erik an den Rand des Wahnsinns treibt, sondern auch seine Familie in tödliche Gefahr bringt.

Der deutsche Psychothriller war nicht nur bei Filmfans beliebt, sondern wurde auch von Kritikern überaus wohlwollend aufgenommen und war sogar einer von 15 Kandidaten für den deutschen Beitrag um den Oscar in der Kategorie „Bester nicht-englischsprachiger Film“.




SPLIT (2016)

„Split“ war ein Überraschungserfolg an den Kinokassen und zeigt eine der wahrscheinlich facettenreichsten schauspielerischen Leistungen der letzten Jahre. Im Film verkörpert Hauptdarsteller James McAvoy den Entführer Kevin Crumb, der in Folge einer multiplen Persönlichkeitsstörung nicht weniger als 23 verschiedene Charaktere in sich beherbergt. Oder sind es 24? Während Persönlichkeiten wie der neunjährige Dennis durchaus freundlich eingestellt sind und Kevins Opfern sogar helfen wollen, verbirgt sich in den Tiefen seines Verstandes die 24. Inkarnation, „Die Bestie“ genannt. Und wo sie hervorbricht, ist Panik angesagt!

Wie von Regisseur M. Night Shyamalan nicht anders zu erwarten, dürfen sich die Zuschauer am Ende auf eine besondere Überraschung freuen. Wir wollen an dieser Stelle natürlich nicht zu viel verraten, man kann sich allerdings auf das Wiedersehen eines alten Bekannten gefasst machen, der bereits in einem früheren Werk Shyamalans mit außergewöhnlichen körperlichen Fähigkeiten in Erscheinung trat.




LOOK AWAY (2018)

Der Film erzählt die Geschichte der Highschool Schülerin Maria, die sich mitten in einer Lebenskrise befindet. Essstörungen, Mobbing in der Schule und täglicher Streit mit ihren Eltern prägen ihren Alltag. Aus dieser Extremsituation raus, entwickelt Maria ihr Alter Ego Airam. Es handelt sich um ihre bei der gemeinsamen Geburt verstorbene Zwillingschwester. Nach ersten Zweifeln überträgt Maria ihr die Kontrolle und nimmt den Platz im Spiegel ein. Von da an startet Airam einen Rachefeldzug an allen Menschen, die ihrer Zwillingschwester schlechtes angetan haben.

Schauspielerin India Eisley verkörpert beide Rollen, die gegensätzlicher nicht sein könnten, auf beeindruckende Weise. Wie schwierig und prägend der Alltag eines Teenagers sein kann, wird von Regisseur Assaf Bernstein mit Hilfe von kalten Bildern und einer unterschwellig bedrückenden Stimmung in Szene gesetzt.




Wer einen Film sehen möchte, der auch über seine Laufzeit hinaus im Kopf bleibt, sollte sich den Home-Entertainment-Start von LOOK AWAY am 22. Februar. 2019 auf DVD, Blu-ray und bereits am 08.02.19 digital nicht entgehen lassen!

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